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Joseph, der Sohn Israels

Jakob, der von Gott den Namen Israel erhielt (s.u.) hatte 4 Frauen: Lea, Bilhar, Silpa und Rachel. Diese schenkten ihm 12 Söhne (Gen. 29-35): Lea gebar ihm Ruben, Simeon,

Levi, Juda, Issachar und Sebulun. Bilhar gebar ihm Dan und Naphtali. Silpa

gebar ihm Gad und Aser. Rachel gebar ihm Joseph, den 11ten Sohn und

Benjamin seinen 12ten und letzten Sohn. Joseph nimmt jedoch eine

Sonderstellung unter seinen Brüdern ein.

 

Für die besondere Bedeutung Josephs unter seinen 11 Brüdern spricht

zum einen die Geschichte seiner Mutter Rachel. So wird in der Bibel die

grosse Liebe von Jakob zu Rachel dargestellt: "So diente Jakob um Rachel

7 Jahre. Sie waren in seinen Augen wie ein Tag, so lieb hatte er sie (Gen.

29. 20)." Laban, der Vater Rachels gab Jakob nach Ablauf der 7 Jahre

jedoch anstatt seiner jüngeren Tochter Rachel, seine ältere Tochter Lea zur

Frau. Also diente Jakob noch weitere 7 Jahre, um auch Rachel zur Frau zu

bekommen: "... er liebte sie mehr als Lea. So diente er bei ihm noch weitere

7 Jahre (Gen. 29. 30)." Auch bekam Jakob, der Sohn Isaaks und

Mann von Rachel von Gott im Laufe seines Lebens einen neuen Namen,

nämlich Israel: "Gott sprach zu ihm: 'Dein Name ist Jakob; du sollst nicht

mehr Jakob heissen, sondern Israel soll dein Name sein.' So gab er ihm

den Namen Israel (Gen. 35. 10)." Der neue Name Jakobs, "Israel",

könnte aus dem Namen seines Vaters Isaak und seiner Frau Rachel gebildet

sein.

Die Bedeutung Rachels als Mutter aller Kinder Israels belegt jedenfalls der

Evangelist Matthäus, wenn er über den Kindesmord durch Herodes zur

Zeit der Geburt von Jesus schreibt: "Da wurde das Wort erfüllt, das durch

den Propheten Jeremia gesprochen wurde: 'Eine Stimme hört man in

Rama, viel weinen und Wehklagen: Rachel weint um ihre Kinder und will

sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind' (Matthäus, 2. 17-18)27."

- bezugnehmend auf die vorchristliche Prophezeiung in Jeremia (31. 15)28:

"So spricht Jahwe: 'Horch! In Rama hört man Klagen und bitteres Weinen:

Rachel beweint ihre Kinder, will sich nicht trösten lassen - ihre Kinder, denn

sie sind nicht mehr'."

Bei der Geburt ihres zweiten Sohnes "Benjamin" starb Rachel: "Rachel starb und

wurde am Wege nach Ephrata, das ist Bethlehem, begraben. Jakob errichtete

einen Denkstein über ihrem Grab. Dies ist Rachels Grab bis auf den

heutigen Tag (Gen. 35. 19-20)."

"Stell dir Merksteine auf, setze dir Wegweiser ein. Besinn dich auf die Strasse, den Weg, den du einst gezogen bist: Komm heim Jungfrau Israel, komm heim zu dieser deiner Stätte".

Jeremia (31. 21)

 

Joseph, der erste Sohn Rachels, wurde nach dem Tode Rachels hinter

dem Rücken Jakobs bzw. Israels von seinen Brüdern, - da sich sein ältester

Bruder Ruben immerhin gegen seine Ermordung aussprach (Gen. 37. 21)

-, an Ismaelitische bzw. Midianitische Kaufleute verkauft (Gen. 37. 27).

Diese brachten Joseph nach Ägypten (Gen. 37. 28) und verkauften ihn an

Potiphar, den Kämmerer des Pharao, den obersten der Leibwache (Gen.

37. 36). Nach einer Zeit im Gefängnis kommt Joseph durch erfolgreiche

Traumdeutungen, insbesondere durch die Deutung des Traumes von den 7

fetten und den 7 mageren Jahren (bzw. Kühen; vgl. Gen. 41.) beim Pharao

zu ansehen. "Der Pharao legte Joseph den Namen Zophnat-Paneach bei

und gab ihm Asnat, die Tochter Poti-Pheras, des Priesters von On, zur

Frau. Dann bereiste Joseph Ägypten (Gen. 41. 45)."

Joseph heiratete also die Tochter eines Priesters im Tempel der

Sonnenstadt Heliopolis, welches ja mit dem biblischen On identisch ist.

Die Brüder von Joseph, die ihn nach Ägypten verkauft hatten,

suchen später wegen einer Hungersnot Zuflucht in Ägypten. Joseph,

der inzwischen älter geworden war, gibt sich ihnen aber zunächst nicht zu

erkennen (Gen. 42-44). Später bei einem weiteren Besuch seiner Brüder

gibt er sich jedoch zu erkennen und nimmt sie als Gäste des Pharaos und

als seine Gäste auf (Gen. 45-47). Josephs Verhalten erscheint somit vergebend

und weise. Joseph ist ein biblisches Ideal. Im Gegensatz zum

Verhalten seiner Brüder, die ihn ermorden wollten und verkauft haben,

oder auch zu den Handlungen seines Vaters Jakob, der zweimal seinen

Zwillingsbruder Esau übervorteilte.

Jakob fasste schon bei seiner Geburt die Ferse des Erstgeborenen Esaus,

darum wurde er Jakob genannt (Gen. 25. 26). Später erkaufte er für ein

Linsengericht mit Brot das Erstgeburtsvorrecht von Esau, als dieser hungrig

war (Gen. 25. 34). Noch später, als sein Vater Isaak schon alt und sein

Augenlicht erloschen war, so dass er nicht mehr sah, nutzte Jakob dies aus

und erlistete so auch noch den Segen seines Vaters. Den Segen, der

eigentlich Esau zustand (Gen. 27. 1-39). Das unbrüderliche Verhalten

Jakobs ist geradezu sprichwörtlich, so dass der Prophet Jeremia später in

einer Klage über den sittlichen Verfall Judas darauf Bezug nimmt (Jeremia

9. 3): "Hütet euch voreinander, und keiner traue seinem Bruder. Denn

jeder Bruder der spielt Jakobs Rolle, und jeder Freund verbreitet

Verleumdung".

Weitere Besonderheiten Josephs sind die Adoption seiner beiden Söhne

Manasse und Ephraim durch seinen Vater Israel, der besondere Segen für

Joseph beim Tod Israels und die Mitnahme seiner Gebeine beim Auszug

der Israeliten aus Ägypten.

Israel, Josephs Vater, zog zu Joseph nach Ägypten. Dort adoptierte er die

beiden Söhne von Joseph und seiner ägyptischen Frau Asnat (Gen. 41.

50) mit den Worten: "Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir im Land

Ägypten geboren wurden, ehe ich zu dir nach Ägypten kam, mir gehören,

Ephraim und Manasse; sie sollen mir gehören wie Ruben und Simeon (Gen.

48. 5)".

Joseph war der gesegnete unter seinen Brüdern. Kurz vor seinem Tod segnet

sein Vater Israel ihn im Beisein seiner 11 Brüder (Gen. 49. 22-26), unter

anderem mit den Worten: "...von dem Gott deines Vaters, der dir Hilfe sendet,

von El Schaddai, der dich segnet mit der Segensfülle des Himmels

droben, und mit der Segensfülle der Tiefe [...] der ewigen Berge, der

Pracht der uralten Hügel. Sie mögen kommen auf Josephs Haupt, auf den

Scheitel des geweihten unter seinen Brüdern (Gen. 49. 25, 26)."

Nach dem Tode Israels bleiben Joseph und seine Brüder in Ägypten, wo

sie aufgrund des hohen Ansehens von Joseph gut aufgenommen waren.

Vor seinem eigenen Tode spricht Joseph dann aber zu seinen elf Brüdern:

"'Ich sterbe, Aber Gott wird euch heimsuchen und euch aus diesem Land

herausführen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen

hat.' Dann liess Joseph die Söhne Israels schwören: 'Wenn Gott euch

heimsuchen wird, dann nehmt meine Gebeine von hier mit hinauf!' Und

Joseph starb, hundertundzehn Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte

ihn in Ägypten in einen Sarg (Gen. 50. 24-26)." Hier endet das Buch

Genesis, mit der Einbalsamierung und Bestattung Josephs in Ägypten und

mit dem Schwur seiner 11 Brüder, seine Gebeine beim Auszug aus Ägypten,

mit über den Jordan ins verheissene Land zu nehmen.

 

Und tatsächlich, gemäss Josua (24. 32) nahm man in späterer Zeit, beim Auszug aus

Ägypten unter Moses Führung, seine Gebeine mit und setzte diese dann in

Kanaan bei: "Die Gebeine Josephs, die die Söhne Israels aus Ägypten mitgebracht

hatten, begrub man in Sichem auf dem Grundstück, das Jakob

von den Söhnen Hamors, des Vaters Sichems, für hundert Silberstücke

gekauft hatte [...]".

 von Martin Metzger, Neunkirchener Verlag, 1998, 10Aufl., Seite 136).



 





ESELSBUCH 666       ARKANA DES TAROT    


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